Nostradamus Report “Challenging Projections”

Neuer Zukunftsbericht des Göteborg Film Festivals

  • (c) Göteborg Film Festival

Der Nostradamus-Bericht, der seit 2013 jährlich vom Göteborg Film Festival in Auftrag gegeben wird, analysiert und prognostiziert die nahe Zukunft der audiovisuellen Branchen anhand von Recherchen und Interviews mit führenden Branchenexperten. 

Der Bericht für 2026 beleuchtet eine Branche, die sich inmitten sich überschneidender Umbrüche befindet. Film, Fernsehen, Streaming und Creator-Medien sind keine getrennten Bereiche mehr, sondern Teile eines miteinander verbundenen Ökosystems. Verträge für TV-Dramen und kurze, geskriptete Videos nehmen rasant zu, während das Produktionsvolumen von Spielfilmen zunehmend untragbar wird. Der Einstieg über das Internet bietet heute vielversprechende Wege sowohl in unsere Branchen als auch in eine Karriere als unabhängiger Creator, und viele Talente weigern sich, eine Wahl zu treffen. Die Logik der New Content Economy beschreibt zunehmend nachhaltige Geschäftsmodelle für alle Formen von geistigem Eigentum – populäres Storytelling und die Kreativität der Fans sichern beide den langfristigen Wert und erfordern ernsthafte Beachtung. Im Zentrum dieses Wandels steht eine dringende Frage: Wessen Definitionen von Wert und Erfolg prägen unsere Kunst, unsere Branche und unsere Bestrebungen? 

„Für die traditionellen Film- und Fernsehbranchen fühlten sich Dinge wie das Creator-Ökosystem oder die positiven Eigenschaften von vertikalen Videos früher sehr abstrakt an. Aber im letzten Jahr haben von Kreativen geleitete Kinofilme und der Boom der Mikrodramen endlich den Durchbruch gebracht“, sagt Johanna Koljonen.  „Womit wir noch zu kämpfen haben, ist das Verständnis dafür, wie dieses Medien-Ökosystem funktioniert, insbesondere im Zusammenhang mit unseren Inhalten, und der diesjährige Nostradamus-Bericht aktualisiert diese Karte.“ 

Wichtige Erkenntnisse aus dem Bericht 2026: 

•    Prognosen  

Angesichts globaler Umbrüche und einer zunehmenden Konzentration der Medienmacht in immer weniger Händen müssen wir uns auf beobachtbare Fakten stützen, anstatt unsere Ängste auf die Zukunft der Branche zu projizieren, um den vor uns liegenden Weg zu meistern. 

•    Die aktuelle Lage  

Die Produktion von TV-Dramen pendelt sich bei etwa 75 % ihres Höchststandes ein, während die Zahl der Spielfilme Rekordwerte erreicht und Mikrodramen einen Boom erleben. Die Grenzen zwischen Film, Fernsehen, Streaming und Online-Videos lösen sich auf. 

•    Creators und Influencer als Filmprofis  

Skriptbasierte Online-Inhalte sind seit über 15 Jahren ein Weg in die Film- und Fernsehbranche, doch Vorurteile der Branche gegenüber Creators blockieren weiterhin Rekrutierungswege und verschleiern, wie unser Ökosystem bereits funktioniert. 

 Traditionelle Arbeit in der neuen Content-Wirtschaft

Das Geschäftsmodell der Kreativen, das auf direkten Beziehungen zum Publikum und diversifizierten Einnahmequellen basiert, findet zunehmend Anwendung auf alle geistigen Eigentumsrechte und eröffnet echte Möglichkeiten für Arbeiten, die weniger auf traditionelle Finanzierungsquellen angewiesen sind. • Die Auseinandersetzung mit dem Populären Die Tendenz der Filmindustrie, das Populäre mit dem Trivialen gleichzusetzen, zieht die falschen Lehren aus unerwarteten Erfolgen und steht zwischen unserer Arbeit und dem Publikum. • Fans und Kreative als kreative Partner Produktionen, an denen Kreative, Fans und die Publikumsgemeinschaft beteiligt sind, spielen heute eine zentrale Rolle bei der Markteinführung von Titeln, der Aufrechterhaltung des Werts von geistigem Eigentum, der Förderung von Talenten, der Erweiterung von Geschichtenwelten und der Neugestaltung der Beziehung traditioneller Medien zur Online-Kreativität. • Erfolg neu definieren Von der Messung der Wirkung über die Kinokassen bis hin zur Sicherstellung, dass das gesamte Ökosystem florieren kann, fragt der Bericht, was Erfolg bedeuten sollte – für Institutionen, Unternehmen und die einzelnen Menschen, die diese Branche am Laufen halten. 

Interviewpartner des Nostradamus-Berichts: 

•    Peter Carlton, Mitinhaber und leitender Produzent, Warp Films 

•    Victoria Fäh, Leiterin des IPR LAB bei IPR.VC 

•    Irina Ignatiew-Lemke, designierte Geschäftsführerin von European Film Promotion; Gründerin von Boxworks Media 

•    Martin Kanzler, stellvertretender Abteilungsleiter für Marktinformationen, Europäische Beobachtungsstelle für audiovisuelle Medien 

•    Perlina Lau, Schauspielerin und Moderatorin, sowie Roseanne Liang, Regisseurin und Drehbuchautorin, Flat3 Productions 

•    David Madden, Präsident, WEBTOON Productions 

•    James Schamus, Drehbuchautor, Produzent, Professor; ehemaliger CEO von Focus Features 

Nostradamus-Projekt und Partner-News 

Das Nostradamus-Projekt, gegründet und geleitet vom Göteborg Film Festival, widmet sich der Beobachtung, Vorhersage und Analyse der Zukunft der Film- und Fernsehbranche. Die von der Medienanalystin Johanna Koljonen verfassten Jahresberichte werden seit 2013 veröffentlicht. Im Jahr 2026 wird die Initiative weiter ausgebaut: Die Ausgabe 2026 wird begleitet von der Newsletter-Reihe „Nostradamus Perspectives“ sowie einer neuen Mini-Podcast-Reihe, die im Laufe des Jahres startet. 

Nordisk Film & TV Fond, Creative Europe MEDIA und die Region Västra Götaland sind die wichtigsten Geldgeber für die Filmindustrie im Rahmen des Göteborg Film Festivals, einschließlich des Nostradamus-Projekts. Der Nostradamus-Bericht 2026 wird zudem von German Films, Kulturakademin, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und dem Netherlands Film Fund unterstützt. 

Das Redaktionsteam des Nostradamus-Berichts besteht aus Johanna Koljonen, Josef Kullengård, Cia Edström, Hillevi Gustafson und Emma Caviezel. 

Hier den vollständigen Bericht herunterladen  
GFF26_Nostradamus_Reportpdf