Die europäische audiovisuelle Informationsstelle hat einen neuen Bericht veröffentlicht, in dem sie auf die gestiegene Zahl an "audiovisuellen Mediendiensten" hinweist. Gemeint sind Vod-Plattformen und Fernsehsender.
Die Zahl der verfügbaren audiovisuellen Mediendienste und Video-Sharing-Plattformen (VSP) stieg im erweiterten Europa zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 um 5 %. Die Zahl der Abrufdienste (VoD) wuchs schneller (15 %) als die Zahl der Fernsehsender (1 %). Das VoD-Wachstum wird von Influencern, VSP-Kanälen und Social-Media-Konten angetrieben.
Fernsehsender stellen zwar zahlenmäßig nach wie vor die meisten Mediendienste, ihr Anteil sank jedoch von 74 % im Jahr 2024 auf 71 % im Jahr 2025. Die Registrierung gemäß der AVMD-Richtlinie erscheint bemerkenswert einheitlich. Nahezu alle Registrierungen von Fernsehsendern (97 %) und VoD-Diensten (99,8 %) gemäß der AVMD-Richtlinie erfolgten im Niederlassungsland des audiovisuellen Dienstes (Art. 2 Abs. 3 Buchst. a). 92 % der VSP sind gemäß Art. 2 Abs. 1 registriert.
Der Bericht gibt einen Überblick über den europäischen audiovisuellen Sektor mit Daten über das Angebot an audiovisuellen Diensten in Europa, ihre Programmgestaltung, Reichweite und Eigentumsverhältnisse. Auf der Grundlage von MAVISE-Daten umfasst dieser Bericht die EU-27, Albanien, Armenien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Island, Liechtenstein, Montenegro, Nordmazedonien, die Republik Moldau, Norwegen, Serbien, die Schweiz, Türkiye, das Vereinigte Königreich und die Ukraine (einschließlich der Kleinststaaten Andorra, Gibraltar, Grönland, Monaco, San Marino und Vatikanstadt).
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US-Konzerne in Europa
US-Konzerne haben einen erheblichen Einfluss auf den europäischen audiovisuellen Sektor und verfügen im Vergleich zu ihren europäischen Pendants über bedeutende Portfolios und Marktpräsenz. US-Fernsehsender-Portfolios sind deutlich größer als europäische: 69 % der Sender in den Top 10 der Fernsehkonzerne gehören fünf US-Unternehmen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Gegensatz zu den Portfolios europäischer Sender je einzelner Sendergruppe eine größere Anzahl lokalisierter Versionen verbreitet wird.
Ein Vergleich der 50 führenden Fernseh- und VoD-Akteure zeigt auffällige Unterschiede. Europäische Unternehmen sind unter den VoD-Akteuren stärker vertreten: 80 % der VoD-Dienste werden von den 50 größten VoD-Konzernen betrieben, bei Fernsehsendern sind es lediglich 50 %. Dies verdeutlicht die Vielfalt und den Umfang des europäischen VoD-Angebots mit einer Vielzahl nationaler Akteure und Nischenthemen, was jedoch die durch die US-Marktführer verursachte Konzentration nicht wettmachen kann.
Hauptakteure
Hinsichtlich Unternehmen und Marktpräsenz bleiben die Werte für die 20 größten Akteure im Mediensektor im Vergleich zu 2024 bemerkenswert stabil. Nahezu alle diese Unternehmen waren bereits in der vorherigen Ausgabe in der Spitzengruppe vertreten.
Bei den führenden paneuropäischen Akteuren handelt es sich entweder um Multidiensteanbieter wie Comcast, die sowohl auf den Fernseh- als auch den VoD-Märkten tätig sind, oder um Einzelmarkenanbieter wie Netflix oder Multidiensteanbieter, die sich auf On-Demand-Märkte konzentrieren. Wenn führende Akteure expandieren, bauen sie On-Demand-Präsenzen in den Märkten auf, in denen sie bereits mit Fernsehen präsent sind.
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