Diskutiert wurden Best Practices und die Zukunft der europäischen Filmförderung im Rahmen von European Work in Progress, in Kooperation mit dem International Film Distribution Summit (IFDS), sowie bei der Explorer Konferenz.
Zwei Filme, zwei Strategien, eine zentrale Erkenntnis: Über Grenzen hinausdenken.
Unter dem Titel "European Work in Progress x IFDS – Case Studies I & II: Best Practices" zeigten Branchenexpert:innen anhand zweier Creative Europe MEDIA geförderter Filme, wie internationale Distributions- und Marketingstrategien für europäisches Arthouse-Kino heute aussehen können. Beide Filme decken zusammen ein breites Spektrum an Wegen ab, wie europäisches Arthouse-Kino international sichtbar wird.
LITTLE AMÉLIE: Das Animations-Debüt von Maïlys Vallade und Liane-Cho Han feierte Weltpremiere in Cannes 2025, wurde für den Oscar als bester animierter Spielfilm nominiert und ist ein Beispiel für erfolgreiche Festival- und Verleihstrategie europäischer Animation.
Jason Bressand, Goodfellas Animation, stellte dar: „Die große Frage war: Für wen ist dieser Film? Bei LITTLE AMÉLIE haben wir verstanden: Er ist für alle und jede und jeder nimmt etwas Eigenes mit.“
NOUVELLE VAGUE: Richard Linklaters Hommage an Jean-Luc Godard feierte Premiere im Wettbewerb von Cannes 2025 und wurde mit vier César und zwei Lumière-Preisen 2026 ausgezeichnet. Die französisch-amerikanische Koproduktion mit gestaffelter Auswertung, Kino Frankreich/USA und danach Netflix, zeigt die Chancen internationaler Streaming-Partnerschaften bei gewahrter Arthouse-Identität.
Anne Marte Nygaard, Arthaus Norway, berichtete: „Wir haben den Film als den französischsten Film aller Zeiten positioniert: mit dem Stil der Nouvelle Vague, der Mode der 60er-Jahre und einer Leichtigkeit, die Spaß macht. So wollten wir sowohl das klassische Arthouse-Publikum als auch eine jüngere, urbane Zielgruppe erreichen.“
Einleitend gab Piera D‘Arigo, Project Officer Films On The Move, aus Brüssel ein Update zum neuen Call zum Creative Europe Programm.
AgoraEU: Europas audiovisuelle Zukunft
Bei der Explorer Konferenz diskutierten Els Hendrix, Senior Government Official und Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM), sowie die finnische Produzentin Miia Haavisto und der deutsche Verleiher Torsten Frehse über die Zukunft der europäischen Filmförderung. Im Fokus stand das künftige Programm AgoraEU, das ab 2028 als Nachfolgeprogramm von Creative Europe MEDIA gelten soll. Die Botschaft auf dem Panel war klar: Das bestehende MEDIA-Programm wirkt! Seine Stärke liegt gerade darin, die europäische audiovisuelle Branche langfristig international wettbewerbsfähig zu machen.
Der deutsche Verleiher Torsten Frehse von Neue Visionen betonte die Bedeutung von MEDIA für die internationale Distribution und bezeichnete das Programm als eines der „fairsten Fördersysteme der Branche“.
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