Zeit, Bilanz zu ziehen: Am 14. Februar hieß es „Creative Europe MEDIA – Lessons for the Future” auf dem EFM der diesjährigen Berlinale. Erika Jakab von der DG CNECT - Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien - der Europäischen Kommission blickte zurück auf MEDIA 2014 – 2020 und nahm gleichzeitig eine Bewertung des laufenden Programms 2021 – 2027 vor.
Die Evaluierung von Creative Europe MEDIA über die Förderzeiträume 2014–2020 und 2021–2027 zeigt, dass das Programm trotz seines vergleichsweise kleinen Budgets eine erhebliche strukturelle und kulturelle Wirkung entfaltet. Mit 1,5 Milliarden Euro innerhalb des Gesamtbudgets von 2,44 Milliarden Euro für Creative Europe entspricht MEDIA nur einem sehr geringen Anteil des europäischen audiovisuellen Marktes und der nationalen Fördermittel. Dennoch trägt das Programm maßgeblich zur Internationalisierung und Sichtbarkeit europäischer Werke bei.
Geförderte Produktionen erzielten 1.200 Nominierungen und 500 Auszeichnungen bei wichtigen internationalen Preisen. Sie werden deutlich häufiger grenzüberschreitend ausgewertet – im Kino, im Fernsehen und auf VoD-Plattformen – und generierten über 241 Millionen zusätzliche nicht-nationale Kinobesuche. Auch strukturell zeigt sich ein klarer Effekt: Der Anteil europäischer Koproduktionen unter den geförderten Projekten ist deutlich gestiegen, ebenso die Zusammenarbeit zwischen Ländern mit unterschiedlicher Produktionsstärke. Finanzinstrumente wie der Garantiefonds und MediaInvest mobilisieren zudem erhebliche zusätzliche Investitionen und verbessern den Zugang zu Finanzierung.
Gleichzeitig steht der europäische audiovisuelle Sektor vor großen Herausforderungen. Die Mediennutzung verschiebt sich stark in Richtung Streaming, Social Media und Gaming, insbesondere bei jungen Zielgruppen, die klassische Film- und Serienangebote weniger priorisieren. Europäische Inhalte stehen zudem im intensiven Wettbewerb mit globalen, insbesondere US-amerikanischen Produktionen. Hinzu kommt eine vergleichsweise geringe Investitionstätigkeit in Forschung und Entwicklung innerhalb der Branche.
Fazit:
Für die Zukunft ergibt sich daraus die Notwendigkeit, das Programm konsequent an technologische Entwicklungen und veränderte Konsumgewohnheiten anzupassen, Innovation und Cross-Media-Ansätze stärker zu fördern, die Beteiligung von Ländern mit geringerer Produktionskapazität auszuweiten und Synergien mit nationaler Förderung sowie privaten Investitionen weiter zu optimieren. Insgesamt bestätigt die Evaluation MEDIA als wirksames industrie- und kulturpolitisches Instrument, dessen Weiterentwicklung entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und Vielfalt des europäischen audiovisuellen Sektors ist.
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