EURODOC ist ein Weiterbildungsprogramm für kreative Dokumentarfilmproduktion und richtet sich an Produzent:innen in der Mitte ihrer Laufbahn. Das Flagship-Programm findet seit 1999 jährlich statt und besteht aus drei einwöchigen Präsenzsessions in wechselnden europäischen Ländern sowie einem Online-Programm. Zum Netzwerk gehören nach Angaben der Veranstalter:innen mehr als 1.800 Mitglieder aus 80 Ländern. Für die 27. Ausgabe läuft aktuell die Ausschreibung.
Inhalt
Ziel ist die kreative und finanzielle Entwicklung internationaler Dokumentarfilmprojekte. Behandelt werden unter anderem folgende Themen:
- Bewertung von künstlerischem Projekt, Drehbuch und Intentionen
- Rechteklärung (Urheberrecht, Musik, Archiv)
- Finanzierung der Entwicklung, Produktionsweisen und Budgetierung
- Identifikation internationaler Partner:innen sowie Koproduktionsmodelle
- Erstellung von Trailern und Visual Material, Pitchdeck und Pitch
- verantwortungsvoller Einsatz von KI-Tools
- Crew- und Unternehmensmanagement
- Marketing, Sales, Distribution und Audience Design
- aktuelle Entwicklungen der EU-weiten und globalen Dokumentarfilmmärkte
Aufbau
Präsenzprogramm: Die Teilnehmer:innen arbeiten in einer Kohorte von bis zu 40 Personen, aufgeteilt in drei Arbeitsgruppen (englisch-, französisch- und spanischsprachig) mit jeweils bis zu 12 Produzent:innen und bis zu 3 Observern. Jede Gruppe wird über alle drei Sessions von derselben Tutor:in begleitet. Die Gruppenarbeit macht 60 % der Programmzeit aus. Hinzu kommen:
- eine lokale Gruppe aus bis zu 14 Produzent:innen des jeweiligen Gastlands, die an einem fünftägigen Workshop teilnimmt
- Masterclasses, u. a. zu Storytelling, Urheber- und Archivrechten, Förderschemata, komplexen internationalen Koproduktionen, Green Production sowie Vertrieb und Sales
- Case Studies in Form von Screenings internationaler Koproduktionen mit anschließendem Q&A
- 45-minütige Einzelberatungen mit Expert:innen; in Session 3 sind über 500 solcher Konsultationen mit rund 40 Industry Guests vorgesehen (u. a. Commissioning Editors, Verleiher:innen, Sales Agents, Fördervertreter:innen, Festivalprogrammer:innen)
Online-Programm: Zwischen Session 2 und Session 3 stehen 10 bis 15 Stunden Webinare, Workshops und Einzelberatungen zur Verfügung, außerdem Präsentationen von Institutionen und Fonds sowie Panels.
Arbeitsaufwand zwischen den Sessions: Die Teilnehmer:innen aktualisieren vor jeder Session ihre Projektunterlagen, Trailer, Finanzierungspläne und Budgets (u. a. ein 3-minütiger Trailer mit englischen Untertiteln vor Session 1) und lesen vorab alle Dossiers der Kohorte (35 bis 45). Nach jeder Session ist eine Evaluation einzureichen. Zum Abschluss gibt es ein Graduation Certificate.
Zielgruppe
Das Programm richtet sich an Produzent:innen mit mehrjähriger Praxis, die bereits mindestens einen langen Dokumentarfilm produziert haben. Die Bewerbung ist an eine Person gebunden, nicht an ein Unternehmen, und an die Hauptproduzent:in mit den Hauptrechten am Projekt. Produzent:innen, die zugleich bei dem eingereichten Projekt Regie führen, werden nicht ausgewählt. Drei Teilnahmeformate sind vorgesehen:
- Produzent:innen mit Projekt: Es muss bereits eine Regie am Projekt beteiligt sein. Alle Dokumentarfilmformen sind zugelassen (lang, einmalig oder Serie), eine Genrebeschränkung gibt es nicht. Das Projekt soll bis Oktober 2027 nicht vollständig finanziert sein, aber weit genug fortgeschritten, um Entscheider:innen präsentiert zu werden. Bei der Bewerbung ist filmisches Material beizufügen.
- Produzent:innen mit Fokus auf Karriereentwicklung: Pro Gruppe sind zwei Plätze für Produzent:innen mit Unternehmensprojekt oder Slate reserviert.
- Observer: Bis zu 6 Plätze pro Jahr für Redakteur:innen und Commissioning Editors aus Dokumentarfilmabteilungen von Sendern sowie für Vertreter:innen von Filmfonds und Institutionen, die Non-Fiction fördern.
Dauer und Termine
- Session 1 (Development): 7. bis 13. März 2027, Reykjavík (Island), in Kooperation mit dem Icelandic Film Centre
- Session 2 (Coproduction, Financing & Packaging): 6. bis 12. Juni 2027, Vilnius (Litauen), in Kooperation mit dem Lithuanian Film Centre
- Session 3 (Meetings with the Decision-Makers): 3. bis 9. Oktober 2027, Budapest (Ungarn), in Kooperation mit MADOKE und dem National Film Institute Hungary
- Online-Programm: Juni bis Juli 2027
- Umfang: 150 Stunden, verteilt auf rund acht Monate
Termine und Orte können sich im Bewerbungsverfahren noch ändern. Alle Gastländer liegen im Schengen-Raum; bei Bedarf sollten die Visabestimmungen frühzeitig geprüft werden.
Bewerbung
- Bewerbungsschluss: 23. November 2026, 24 Uhr (MEZ)
- Interviews: mögliche Online-Interviews zwischen 3. und 11. Dezember 2026
- Individuelle Benachrichtigung: 21. Dezember 2026
- Öffentliche Bekanntgabe der Auswahl: Mitte Februar 2027
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Kosten
- Durchschnittliche Gesamtkosten: 7.000 € für Teilnehmer:innen aus Ländern des MEDIA Programms von Creative Europe (ohne LCC); 5.500 € für Teilnehmer:innen von außerhalb Europas oder aus MEDIA LCC-Ländern
- Reine Teilnahmegebühr: 3.000 € für europäische Teilnehmer:innen; 1.500 € für Teilnehmer:innen aus Afrika, Asien, Westasien, Amerika, Australien/Ozeanien und MEDIA LCC-Ländern
- Dazu Unterbringung: durchschnittlich 4.000 € für alle drei Sessions
- Reisekosten sind in der Kalkulation nicht enthalten
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