Mit großem Engagement an der Seite des Dokumentarfilms


The Cleaners (c) Gebrueder Beetz Filmproduktion
The Cleaners (c) Gebrueder Beetz Filmproduktion

Von der Projektentwicklung bis zum Vertrieb, von der Idee bis zur Fortbildung: MEDIA ist ein starker Partner an der Seite von Dokumentarfilmern. Über 900.000 Euro sind allein 2017 europaweit in die Projektentwicklung geflossen, doch das ist längst nicht alles, das Engagement für kreative Dokumentarfilme zieht sich konsequent durch mehrere Förderbereiche von MEDIA. Unterstützt werden Projektpakete, aber auch die Koproduktionsmärkte in Europa, vom Nordisk Panorama in Schweden über DOK.Leipzig bis zum Thessaloniki Doc Market in Griechenland. Sehr beliebt sind zudem Fortbildungen wie DOK.Incubator oder die Documentary Campus Masterschool von MEDIA; die sich passgenau den spezifischen Erfordernissen des Dokumentarfilms widmen.

Jüngstes Erfolgsbeispiel: Mit ihrem Dokumentarfilm "The Cleaners" sind Hans Block und Moritz Riesewieck einer gigantischen Schattenindustrie auf der Spur, die von den großen Silicon Valley-Konzernen ohne jede Kontrolle durch die Politik und Öffentlichkeit in Manila geschaffen wurde, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für die sogenannte "Content Moderation". Zehntausende Menschen löschen dort Videos von Facebook, YouTube, Twitter & Co. Parallel zu den Geschichten von fünf Content Moderatoren erzählt der Film von den globalen Auswirkungen der Onlinezensur und zeigt wie Fake News und Hass durch die Sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden. Produziert von der Doku-Schmiede Gebrüder Beetz Filmproduktion, die auch einen Sitz in Lüneburg haben, ist der Film nach seiner Weltpremiere in Sundance auf dem Siegeszug um die Welt. 48 Filmfestivals zeigten die vielfach ausgezeichnete Produktion bisher, und vor kurzem gab es ein Screening im EU Parlament in Brüssel. Bis zum Jahresende wird der Film in mehr als 20 Ländern weltweit von Sendern wie BBC, PBS, NHK ausgestrahlt.

Produzent Christian Beetz: "The Cleaners" ließ sich aufgrund der Thematik und des Zeitdrucks nicht "klassisch" finanzieren: Zwar hatten wir eine sehr schnelle und auch hohe finanzielle Beteiligung des WDR, NDR und vom RBB, eine Kinofinanzierung war jedoch wegen der langen Sperrfristen ausgeschlossen und das NETFLIX-Angebot war mit den öffentlich-rechtlichen Partnern nicht kombinierbar. So sind wir bei diesem aufwändigen Film an die Grenzen des starren europäischen Finanzierungs- und Auswertungssystems gestoßen. Die ersten Verträge die wir unterschreiben konnten waren jene mit dem MEDIA Programm, gefördert wurden die Projektentwicklung, TV-Programming und später auch die Auswertung."

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Produzenten?
Single Project:
Hier beantragen Produzenten eine Pauschalsumme von 25.000 Euro für die Entwicklung ihrer Dokumentarfilmprojekte. Damit kann man seine Autoren bezahlen, Recherche- und Finanzierungsreisen unternehmen oder auch einen Trailer schneiden.

Slate Funding:
Erfahrene Produzenten, deren Firma mindestens 3 Jahre besteht, können sich die Entwicklung von drei bis fünf Projekten auf einmal fördern lassen. Höchstsumme ist hier 200.000 Euro, wer noch einen Kurzfilm dazu produziert, kann 210.000 Euro beantragen. Auf der letzten Förderliste waren knapp ein Drittel der 73 geförderten Projekte Dokumentarfilm-Pakete.

TV Programming:
Wer drei oder mehr TV-Sender außerhalb seines Ursprungslands an Bord hat, kann sich 20% des Budgets fördern lassen, maximal 300.000 Euro.

Märkte und Trainings : Koproduktion wird groß geschrieben bei MEDIA, nicht nur für Dokus. Eins der Ziele ist immer die länderübergreifende Vernetzung, denn Koproduktionen haben natürlich eine deutlich höhere Reichweite als rein nationale Werke. Aktuell gibt es 15 MEDIA geförderte Koproduktionsmärkte in Europa, vom Nordisk Panorama in Schweden bis zum Thessaloniki Doc Market in Griechenland. Hier werden Projekte gepitcht, Finanzierungspartner gesucht und Netzwerke gebildet und vertieft.

Die aktuelle Förderliste für MEDIA unterstützte Weiterbildungen weist zahlreiche Angebote auf, die sich ausschließlich an Dokumentarfilmer richten, wie zum Beispiel die Documentary Campus Masterschool oder die IDFAcademy, die alljährlich parallel zur IDFA in Amsterdam stattfindet. Viele Trainings erstrecken sich über einen langen Zeitraum, mit drei einwöchigen Workshops innerhalb eines Jahres z.B. Diese Seminare finden in verschiedenen Städten Europas statt und beinhalten oft auch Online-Betreuung zwischen den Modulen.

Ein Training, das sich an Dokumentarfilme im Rohschnitt wendet, ist DOK.Incubator. Hier bewerben sich Teams aus Produzent, Regisseur und Cutter mit ihrem Rohschnitt. Mentoren aus vielen Bereichen wie Schnitt, Regie, Festival und Vertrieb betreuen die Projekte, und am Ende werden die Ergebnisse auf einem Dokumentarfilmfestival einer Reihe von Entscheidern und Finanziers präsentiert.

Neu ist die VOD-Plattform Moving Docs des EDN - European Documentary Network. Das erste online Angebot ausschließlich für Dokumentarfilme besteht aus 20 Partnern in ganz Europa, inklusive ARTE Europe und dem Thessaloniki International Documentary Festival.

Zu den aktuellen Aufrufen für Produzenten geht es hier.