Toni Erdmann gewinnt LUX Filmpreis 2016


Produzent Jonas Dornbach von Komplizenfilm, Regisseurin Maren Ade und Parlamentspräsident Martin Schulz (c) EU-Parlament
Produzent Jonas Dornbach von Komplizenfilm, Regisseurin Maren Ade und Parlamentspräsident Martin Schulz (c) EU-Parlament

Der LUX-Filmpreis, den das EU-Parlament vergibt, geht in diesem Jahr an die deutsch-österreichisch-rumänische Koproduktion TONI ERDMANN der Regisseurin Maren Ade. Die anderen beiden Filme in der Endauswahl waren KAUM ÖFFNE ICH DIE AUGEN (FR, TN, BE, ARE) von Leyla Bouzid und MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI (CH, FR) von Claude Barras. Über den Gewinnerfilm haben die Abgeordneten abgestimmt.

Silvia Costa, die dem Ausschuss für Kultur und Bildung vorsitzt, sagte: "In zehn Jahren wurden hundert Filme in den Kinos in ganz Europa gefördert, dank dem LUX-Preis, der Europas Geschichte eine Stimme und Augen verleiht. Mit dem LUX-Preis sind viele unabhängige Regisseure und ihre jungen Autoren dank der Untertitelung in den 24 Amtssprachen der EU in anderen Ländern bekannt geworden. Der Preis hat die Vielfalt und den Reichtum des europäischen Kinos, seine Themen, Empfindlichkeiten und Sprachen erweitert. Investitionen in den europäischen Film sind ein wichtiger Schritt beim Aufbau des "Europas der Kultur", an das wir glauben. Unser Engagement für die Zukunft ist es, die Reichweite des Preises auszubauen und die Finalisten auch außerhalb Europas bekannt zu machen, vor allem zunächst in den Mittelmeerländern."

Die Filme werden im Rahmen der "LUX Film Days" von September bis Dezember in allen 28 Mitgliedstaaten gezeigt, um den Reichtum und die Vielfalt des europäischen Kinos möglichst vielen Menschen zu vermitteln und Debatten über die in den Filmen behandelten Themen anzustoßen. In Deutschland waren die Filme in Berlin, Essen, Freiburg, München und Stuttgart zu sehen.

Seit 2007 wirft die Auszeichnung ein Schlaglicht auf Filme, die europapolitische Themen wie Einwanderung, Integration, Armut oder Gewalt gegen Frauen thematisieren. Nominiert für den Preis waren ursprünglich zehn Filme.

Die drei Wettbewerbsfilme werden mit Unterstützung des Parlaments in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt. Für den Gewinnerfilm wird zudem eine Fassung für Seh- und Hörbehinderte in der Originalversion hergestellt.

TONI ERDMANN ist seit dem 14. Juli auf deutschen Leinwänden im Verleih von NFP zu sehen. Deutscher Produktionspartner ist Komplizen Film. Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises im polnischen Breslau, Kulturhauptstadt Europas 2016, hat der Film die Aussicht auf fünf Auszeichnungen.
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