Rückblick: VFX - besser als die Realität?

Lecture am 22. Juni 2016 im Rahmen der Hamburg Animation Conference


"Auf gar keinen Fall", so Björn Gromoll, VFX Spezialist beim dänischen The Animation Workshop, einer der führenden Animations-Schulen in Europa. Bei Auf der 1. Hamburg Animation Conference gab er in einer Lecture Einblick in seine Arbeit an Produktionen wie "Sherlock Holmes - A Game of Shadows" und "Ender's Game".

"Nichts sieht realer aus als die Realität" und Spezialeffekte sollten nur dann verwendet werden, wenn sie unverzichtbar für die Geschichte seien. Deutlich günstiger ist es beispielsweise, einen Raum im Studio zu bauen als ihn per CGI herzustellen und noch besser, eine reale Location zu finden, denn das natürliche Licht ist dem Studiolicht unbedingt vorzuziehen. Live Action sollte sich immer möglichst dicht an der Kamera abspielen, der benötigte Hintergrund wird dann später per VFX hinzugefügt werden, vom apokalyptischen Szenario bis zum historischen London.

"Frühzeitige Kommunikation ist alles", gab Gromoll den rund hundert Zuhörern in der Hamburger Handelskammer mit auf den Weg, der Kunde würde die technischen Möglichkeiten auch gern mal überschätzen. Produzenten wiederum neigten dazu, dem Kunden etwas zu versprechen, das der VFX-Spezialist zuvor für unmöglich erklärt hat. "Wir möchten den Produzenten helfen, ihre Ideen zu realisieren, aber sie müssen umgekehrt die technischen Grenzen kennen." Ein umfassendes Konzept, erstellt vom so genannten Concept Artist, sei die Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Im Falle von "Sherlock Holmes - A Game of Shadows" offenbar mit Erfolg: Der Film von Guy Ritchie, bei dem Gromoll als VFX-Artist beschäftigt war, spielte weltweit über 500 Millionen $ ein.