VERLIEBTE FEINDE

Von Werner Schweizer, bei Rendezvous Filmverleih ab 2. Mai


VERLIEBTE FEINDE erzählt die Geschichte zweier außergewöhnlicher Menschen: Iris Meyer und Peter von Roten. Die Liebe führte zwei sehr starke Persönlichkeiten zusammen – ihre Ansprüche an das gemeinsame Zusammenleben, das ihnen Selbständigkeit und Selbstverwirklichung schaffen sollte, sind noch heute hoch aktuell.

Iris Meyer (1917-1990) und Peter von Roten (1916-1991) lernen sich an der Universität Bern kennen. Iris Meyer ist eine modern-weltoffene, idealistische und lebenshungrige junge Frau aus liberal-protestantischem Zürcher Elternhaus. Sie stellt die Selbstbestimmung und persönliche Entfaltung ins Zentrum ihres Lebens. Peter von Roten seinerseits ist ein origineller Querdenker. Er kann sich aber nicht wirklich von seinem katholisch-konservativen Walliser Elternhaus lösen, das ihn auf Politik, Jurisprudenz und Katholizismus verpflichtet. Iris verliebt sich in Peter. Sie will diese Liebe kompromisslos zu ihren Bedingungen. Das traditionelle Frauenbild der damaligen Schweiz der 50er Jahre lehnt sie ab. Was sie vor allem empört, ist die politische Ungleichbehandlung der Frauen in der Schweiz. Sie kämpft, wie später auch ihr Mann, für das Frauenstimmrecht und für die Gleichstellung und Gleichberechtigung auf allen gesellschaftlichen Ebenen. 1958 wird Iris von Rotens feministisches Buch «Frauen im Laufgitter» veröffentlicht – und löst in der traditionell-konservativen Bevölkerung Entsetzen und Ablehnung aus. Iris von Roten wird öffentlich gedemütigt. Selbst die Frauenverbände distanzieren sich von ihren radikalen Forderungen. Grundlage des Films ist das Buch «Verliebte Feinde» von Wilfried Meichtry, das 2007 im Ammann-Verlag erschien und inzwischen bei Nagel & Kimche in vierter Auflage erscheint. Im Zentrum des Buches – wie des Films – steht der intensive Briefwechsel, den Iris und Peter von Roten führten: In rund 1300 Briefen debattierten sie analytisch, leidenschaftlich und selbstkritisch über Feminismus, Religion, Politik, Literatur, Liebe und Sexualität. Der Film konzentriert sich auf die Zeit der ersten Begegnung von Iris und Peter bis zum Erscheinen des feministischen Manifestest, für das Iris fast zehn Jahre geforscht und gearbeitet hatte. In inszenierten Filmszenen werden authentische Begegnungen, Konflikte und Auseinandersetzungen mit Familie und Gesellschaft dargestellt, Iris von Roten verkörpert durch Mona Petri, Peter von Roten durch Fabian Krüger. Diese dramatisierte Erzählung wird unterschnitten und ergänzt mit Archivmaterial, Fotos und Aussagen von Zeitzeugen, die Iris und Peter von Roten gekannt und geschätzt haben.