Aufruf der EU-Kommission: "Cinemas as Innovation Hubs - Kinos als Innovationszentren"

Im Interview Lucia Recalde, Leiterin des MEDIA Programms in der Europäischen Kommission


Bild von Myke Simon
Bild von Myke Simon

Die Europäische Kommission stellt 2 Mio. Euro für die Schaffung innovativer kultureller Zentren rund ums Kino zur Verfügung, und dieses besonders in Regionen, in denen es nur wenige Kinos und kaum kulturelle Infrastruktur gibt.

Kinos sollen innovativer werden und so eine bedeutendere Rolle für die kulturelle Entwicklung von Local Communities spielen. Ziel ist es, durch neue Angebote und Partnerschaften zusätzliches Publikum zu erreichen sowie darüber hinaus Zugang zu anderen kulturellen Inhalten und Aktivitäten zu ermöglichen. Ausdrücklich erwünscht ist daher die Zusammenarbeit von Kinos mit anderen kulturellen Einrichtungen.

Mit dieser so genannten "Vobereitenden Maßnahme" soll das "Kino als Ort für neue Erfahrungen" getestet werden, die ganz auf die Bedürfnisse eines regionalen Publikums zugeschnitten sind.
Gefragt sind unter anderem grenzübergreifende Kooperationsprojekte zwischen Kinobetreibern und Kulturinstitutionen wie z.B. Museen, Bibliotheken oder Kunstgalerien. Auch Aktivitäten zur Erschließung neuer Publikumsschichten oder zur Filmbildung sind denkbar. Die vollständige Auflistung möglicher Projekte finden Sie im Aufruf.
Antragsberechtigt sind Konsortien mit mindestens drei Mitgliedern aus mindestens zwei Ländern der EU, eins dieser Mitglieder muss ein Kino sein. In Ausnahmefällen können auch einzelne Organisationen beantragen.

"Mit diesem Aufruf werden Maßnahmen zur Publikumsentwicklung unterstützt, die die Kinos ermutigen, abseits von Filmen auch andere kulturelle Inhalte anzubieten, sowie Bildungs- und Unterhaltungsangebote für ein junges Publikum zu schaffen", so Lucia Recalde Langarica, Leiterin von Creative Europe MEDIA. "Hauptziel ist es, Regionen mit begrenzter Kino- und Kulturinfrastruktur zu erschließen, aber der Aufruf ist nicht auf diese Regionen beschränkt. Angesichts der Bedeutung der Bildung von Partnerschaften empfehlen wir, dass diese in Bezug auf die Kultur- und Kinoinfrastruktur verschiedene Bereiche umfassen", so Recalde weiter. Kinos sollen über Kooperationen mit anderen Kultureinrichtungen wie Museen, Bibliotheken, Kunstgalerien oder auch Festivals zu Innovationsmotoren werden und neue Angebote etablieren, bei denen die Bedürfnisse des regionalen Publikums an erster Stelle stehen. Auf die Frage, ob es im nächsten Jahr eine weitere Möglichkeit gibt, sich im Rahmen einer ähnlichen Ausschreibung zu bewerben, antwortet Recalde: "Mit dem Aufruf wird eine vom Europäischen Parlament vorgeschlagene vorbereitende Maßnahme umgesetzt. Diese kann nach Beschluss der Haushaltsbehörde im Rahmen des jährlichen Haushaltsverfahrens um höchstens drei Jahre verlängert werden."

Die Aktionen müssen zwischen 1.1. und 1.4.2020 starten und dauern maximal 18 Monate.
Einreichschluss ist der 25. September. Den vollständigen Aufruf sowie die Antragsunterlagen finden Sie auf der Website des Digital Single Market

Ein Q&A zu diesem Aufruf gibt es hier.

In einem Google Doc können Projektpartner*innen gefunden werden.