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EU-Kommissarin Mariya Gabriel präsentiert neue europäische Filmdatenbank


Es ist ein mächtiges Werkzeug für die audiovisuelle Branche in Europa, aber auch für die Behörden und die Bürgerinnen und Bürger in den Ländern, die von der EU-Kommissarin Mariya Gabriel beim Marché International du Film Classique in Lyon vorgestellt wurde. Die Idee ist so einfach wie sinnvoll: Alle europäischen Filme, die von Video-on-Demand-Diensten (VoD) in Europa angeboten werden, sollen in einem gemeinsamen virtuellen Archiv zusammengeführt werden. 35.000 europäische Filme von 115 Vod-Diensten verzeichnet der Prototyp der Datenbank bisher, im Frühjahr 2019 startet die Betaversion, die endgültige Version geht Ende nächsten Jahres online. Finanziert wird das Programm mit Mitteln von Creative Europe MEDIA.

"Wir müssen dafür sorgen", erklärte EU-Kommissarin Mariya Gabriel bei der Präsentation der Datenbank in Lyon, "dass die europäischen Werke das Publikum erreichen, das sie verdienen." Auch Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, begrüßte die Initiative, die den Zugang eines möglichst großen Publikums zu älteren und neueren europäischen Filmen erleichtern wird. Heute kommen nur etwa 25 Prozent der online verfügbaren Filme bei VoD-Diensten aus der Europäischen Union, obwohl Europa ein wichtiger Player auf dem internationalen Spielfilmmarkt ist. Die erst kürzlich aktualisierte Richtlinie der Europäischen Union für Audiovisuelle Mediendienste sieht zukünftig einen Anteil von mindestens 30 Prozent vor. Mit über 18.000 Filmproduktionen ist das europäische Produktionsvolumen zwischen 2017 und 2016 um 47 Prozent gestiegen, von 1444 Spielfilmen im Jahr 2007 auf 2214 Spielfilme im Jahr 2016. Filmdatenbanken wie die jetzt neu von der Europäischen Union initiierte gibt es bisher nur auf nationaler Ebene, obwohl der überregionale Vertrieb in Europa immer wichtiger geworden ist und auch die Sehgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger sich immer weniger an den Landesgrenzen orientieren, sondern Filmangebote weltweit im Blick haben. Mit der neuen Filmdatenbank gibt die Europäische Union aber auch der Branche ein Werkzeug in die Hand, das es Produzenten und Verleihern, Mediendiensten und Förderern erlaubt, differenziert zu recherchieren, in welchen Regionen europäische Filme verfügbar sind und konsumiert werden.
Die Entwicklung der Datenbank ist Teil der Initiative #Digital4Culture und des Europäischen Jahres des Kulturerbes 2018 und findet im Rahmen der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt der Europäischen Union statt.

Die Pressemeldung der Europäischen Kommission: europa.eu