Donbass

Von Sergei Losznitza, Salzgeber, 30.8.




Mit "Donbass" wurde in diesem Jahr die Sektion "Un Certain Regard" der Filmfestspiele in Cannes eröffnet, und Sergei Loznitsa wurde für seine medienkritische, hochpolitische Farce mit dem Sektions-Preis für die Beste Regie ausgezeichnet und international in der Kritik gefeiert. "Donbass" ist in 13 Episoden gegliedert. Jede davon erzählt eine Geschichte, die zwischen 2014 und 2015 in den besetzten Gebieten der Ukraine spielt. Der Film ist zwar ein fiktionales Werk, basiert jedoch auf wahren Ereignissen, so unglaublich diese auch scheinen mögen.

Der Donbass in der Ostukraine. Seit 2014 herrscht hier ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. In 13 kaleidoskopartigen, absurden Vignetten zeigt Regisseur Sergei Loznitsa ein Land, das zwischen informellen Machtstrukturen, Korruption und Fake News zerrieben wird. Eine Gruppe Schauspieler inszeniert einen TV-Beitrag über einen fingierten feindlichen Anschlag; aus Rache für einen vermeintlichen Rufmord kippt eine Politikerin Fäkalien über den Kopf eines Chefredakteurs; ein Mann führt durch eine weitverzweigte Bunkeranlage, in dem dutzende Menschen Zuflucht vor Feuerbeschuss suchen. Beschlagnahmungen, Kontrollschikanen und Prügelstrafen sind an der Tagesordnung. Der kalte Horror von Angst, Gewalt und Hysterie erfasst mehr und mehr Bereiche des Lebens und nimmt immer groteskere Züge an.

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