Der Mann aus dem Eis

Von Felix Randau, Port au Prince, 30.11.




Wir wissen von ihm, dass er etwa 50 Kilogramm auf die Waage brachte, etwa 1.60 groß war und 45 Jahre alt. Tattoos zierten seinen Körper. Seine letzte Mahlzeit bestand aus getrocknetem Hirsch- und Steinbockfleisch und Getreide. Mit sich trug er ein Kupferbeil, Pfeil und Bogen und ein Messer. Seine Kleider wurden teilweise aus Schafs-, Ziegen- und Bärenfell angefertigt. Und wir wissen von ihm, dass er von hinten erschossen wurde. Der Film "Der Mann aus Eis" von Felix Randau erzählt davon, wie es zu dem Mord gekommen ist. Vor 5.300 Jahren in der Jungsteinzeit in den Ötztaler Alpen.

Bewiesen ist, dass er in Kampfhandlungen verwickelt war, entsprechende Spuren wurden an seiner Ausrüstung gefunden sowie eine Schnittwunde an seiner Hand. Auf einem Röntgenbild hat man in der linken Schulter des Mannes eine Pfeilspitze aus Feuerstein entdeckt. Diese hat die Unterschlüsselbeinarterie angerissen, der Beweis dafür, dass er ermordet wurde. Als Ötzi ist der Mann weltberühmt geworden und für die Wissenschaft von größtem Wert. Durch ihn wissen wir viel darüber, wie unsere Vorfahren in der Jungsteinzeit gelebt haben. Heute liegt eine der ältesten Mumien der Welt im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen in einer Eiskammer bei minus 6 Grad. In dem Film "Der Mann aus Eis" begegnen wir ihm in den Ötztaler Alpen auf der Jagd, er heißt Kelab (Jürgen Vogel) und ist der Anführer einer Großfamilie, die friedlich an einem Bach lebt. Die Siedlung wird überfallen und die gesamte Sippe bis auf Kelab ermordet. Getrieben von Schmerz und Wut hat er nur noch ein Ziel - Vergeltung. Er bricht auf um den Mörder seiner Familie zu finden. Auf seiner Odysse der erbarmungslosen Natur schonungslos ausgesetzt, quält er sich mühsam über die Berge. seine eigene Sterblickeit ein ständiger Begleiter. Als der Mann endlich sein Ziel erreicht und dem Feind gegenüber steht realisiert er, dass er nicht nur Drang nach Rache verspürt, sondern auch Mitleid...

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