In den letzten Tagen der Stadt


In den letzten Tagen der Stadt from wilden on Vimeo.



Von Dominique Abel, Fiona Gordon, 7.9.

"Zweifellos das Wichtigste, was das ägyptische, wenn nicht das arabische Kino seit sehr langer Zeit hervorgebracht hat," schrieb Jean-Michel Frodon, für "Slate" über "In den letzten Tagen der Stadt", den ersten abendfüllenden Spielfilm des ägyptischen Regisseurs Tamer El Said. Der Film wurde mit einer ganzen Reihe von Preise ausgezeichnet, u.a. erhielt er den Caligari Preis und den UNESCO Cultural Diversity Award, er erzählt essayistisch, fiktional und dokumentarisch aus dem letzten Sommers vor der ägyptischen Revolution.

Kairo im Jahr 2009, Khalid ist Filmemacher und arbeitet an einem Porträt seiner Heimatstadt. Immer wieder sieht er seine Bilder an, als warte er darauf, dass sie einen Sinn ergeben. Die Geschichten seiner Protagonist*innen scheinen von irgendwoher aus seinem Inneren zu stammen, in der Außenwelt sucht er nach Anknüpfungspunkten, doch je mehr er sucht, desto mehr scheinen sie zu verschwinden.
Nicht abrupt, sondern in Momenten voller Zartheit verabschiedet er sich von seiner Freundin, die ihn verlässt, von seiner kranken Mutter, von Freunden, die auf Besuch in der Stadt waren. Für sie stellt Kairo einen Fixpunkt da: Der Eine hat Bagdad verlassen und lebt als Flüchtling in Berlin, der Andere ist dort geblieben, der Dritte lebt im aufgewühlten Beirut. Als sie beschließen, Khalid Videomaterial aus ihren Städten zu schicken, geht es weniger darum, ihm bei seinem Film zu helfen, als dadurch die Verbindung zu etwas aufrechtzuerhalten, was sie noch in Kairo verorten, wohl wissend, dass es bereits ein Phantasma ist.

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