Deutsche MEDIA Bilanz für 2016

Geplanter Kinostart 2018: "Die kleine Hexe", produziert von Claussen+Putz
® Claussen+Putz
Geplanter Kinostart 2018: "Die kleine Hexe", produziert von Claussen+Putz
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MEDIA bleibt ein wichtiger Partner für die Filmbranche. Fast 14 Millionen Euro gingen 2016 aus Brüssel nach Deutschland, das sind 13,7 Prozent der gesamten europäischen Fördersumme. Nach wie vor fließt der höchste Betrag in die Verleihförderung, das Herzstück des MEDIA Programms. Insgesamt werden deutsche Verleiher und Weltvertriebe mit 4,5 Millionen Euro unterstützt. Doch auch die zweite Säule des Programms, die Förderung von Fernseh-, Kino- und Games-Projekten, ist ein bedeutender Kofinanzier für Produzenten: 2,5 Millionen Euro flossen in deutsche Projekte. Besonders erfolgreich sind deutsche Initiativen im Bereich der Fortbildung: 1,7 Millionen Euro sind eine starke Unterstützung für die Weiterbildung von Filmschaffenden.

Projekte für Leinwand und Bildschirm
Hexen lagen im letzten Jahr hoch im Kurs bei der Entwicklungsförderung: "Die kleine Hexe" von Michael Schaerer ist mittlerweile in der Postproduktion, und "Hexe Lilli rettet Weihnachten" von Wolfgang Groos wird voraussichtlich im November im Kino starten. Ebenso gefragt sind Adventure-Games: zwei neue Titel werden mit MEDIA entwickelt "All I have is time" von Threaks und "relight" von Kunst-Stoff.

Mit Hilfe der Selektiven Verleihförderung kamen der Cannes-Gewinner "Ich, Daniel Blake" von Ken Loach sowie "Seefeuer" von Gianfranco Rosi, der den Goldenen Bären gewann, auf die deutschen Leinwände.

Auch für die Kinos wird gesorgt: Dem MEDIA geförderten Netzwerk Europa Cinemas gehören mittlerweile 120 deutsche Filmtheater an, die mit 2,42 Millionen Euro unterstützt werden. Neuestes Mitglied ist das Metropol Kino in Gera. Im Rahmen der Online Distribution Förderung wurde die Kino-On-Demand Plattform "European Cinema and VoD Initiative" 2016 gefördert, deutscher Partner ist Rushlake Media. Die Maßnahme ermöglicht es Kinobetreibern, Filme auch online zu präsentieren.

Get trained and connected!
Unter den elf geförderten Fortbildungsprogrammen finden sich zwei Neueinsteiger: Im VR Creator's Lab vom Bayerischen Filmzentrum geht es um virtuelle Welten, und die Weiterbildung "Enter", initiiert von der französisch-deutschen Media Deals UG, vermittelt Investoren das nötige Know-how, um in kreative Projekte wie Film, Games oder auch Musik einzusteigen.

Zahlreiche deutsche Filmfestivals und Märkte wurden wieder unterstützt, darunter die Nordischen Filmtage Lübeck sowie die Filmfeste in Braunschweig, Kassel und Cottbus. MEDIA fördert zwar fast keine Kurzfilme, wohl aber deren Präsentation vor internationalem Publikum: Unterstützt werden die Kurzfilmfestivals in Hamburg, Oberhausen, Dresden und Berlin.

Innerhalb der neuen Förderlinie Audience Development erhält die Kölner Reelport Unterstützung für "AVA - Die Kurzfilmbibliothek". Hier werden europäische Kurzfilmfestivals mit öffentlichen Bibliotheken vernetzt, um neue Zuschauergruppen anzusprechen.

2016 war das Jahr mit dem geringsten Budget im Creative Europe MEDIA Programm. Für 2017 ist eine Erhöhung um knapp 7 Millionen Euro geplant, so dass optimistisch in das nächste Förderjahr geblickt werden kann.

Die Zahlen im Überblick: www.creative-europe-desk.de

creative_europe_media_ergebnisse_deutschland_2016-4330.pdf