HIMMELVERBOT


Von Andrei Schwartz, W-film, 13. August

Er sitze lebenslänglich, weil er eine Staatsanwältin erschossen habe. Als "lausigen Juden" habe sie ihn beschimpft und ihn auf bloßen Verdacht sechs Jahre hinter Gitter gebracht. Das erzählt Gabriel dem Filmemacher Andrei Schwartz, als sie sich bei Dreharbeiten im rumänischen Hochsicherheitsgefängnis Rahova kennenlernen. Der Regisseur empfindet Sympathie für den kleinen Mann mit den melancholischen Augen und als Gabriel nach über zwanzig Jahren Haft auf Bewährung entlassen wird, ist er als Dokumentarfilmer und Freund an dessen Seite. Doch die Gespräche zwischen Regisseur und Protagonist führen immer wieder auch zum Anfangspunkt zurück: dem Mord. Gabriel scheint seine Tat ehrlich zu bereuen und dennoch beschleichen den Filmemacher zunehmend Zweifel, ob er die ganze Wahrheit sagt. Um Licht ins Dunkel zu bringen, trifft Andrei Schwartz schließlich eine folgenschwere Entscheidung und beantragt Einsicht in die Mordakte.

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