Esodoc - Katinka Zeuner berichtet

Die Berliner Dokumentarfilmregisseurin und Kamerafrau Katinka Zeuner berichtet von ihrer Teilname an ESoDoc


ESoDoc bietet eine gute Möglichkeit des intensiven Austauschs mit anderen europäischen DokumentarfilmerInnen und ProduzentInnen von Crossmedia Projekten, die sich im sozial-, politisch- und ökologisch-engagierten Bereich verorten. Der Netzwerkgedanke und die gegenseitige Unterstützung werden groß geschrieben, das schafft eine solidarische und produktive Arbeitsatmosphäre. Als sehr bereichernd habe ich es empfunden, im Abstand von 2 bis 3 Monaten von einer Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven ein intensives Feedback zu den Fortschritten meines Filmprojektes zu bekommen. Die Kommentare der Teilnehmerinnen waren dabei oft ebenso wertvoll wie das Feedback der diversen gut ausgewählten TrainerInnen. Auch zwischen den Workshop Phasen haben einige der TeilnehmerInnen gemeinsam intensiv an ihren Projekten gearbeitet. Über diesen spannenden und hilfreichen Austausch sind enge Kontakte entstanden, die auch in Zukunft Bestand haben werden.

Das Programm der drei Workshop Phasen war dicht geplant und sehr abwechslungsreich. Besonders gut gefallen hat mir das inspirierende und äußerst positive Training von Fernanda Rossi zur Erstellung von Fundraising -Trailern. Die dritte Workshop-Phase war geprägt von einem sehr guten Pitch-Training. Die verschiedenen Ansätze der Pitch-TrainerInnen Stefano Tealdi und Sybille Kurz haben sich hervorragend ergänzt und dazu beigetragen, dass alle TeilnehmerInnen am Ende eine tolle Präsentation geliefert haben. Etwas ausgeprägter hätte die Beratung bei der Erstellung des Budgets und die Unterstützung bei der Recherche von Finanzierungsmöglichkeiten sein können.
Ich kann das Programm allen DokumentarfilmerInnen empfehlen, die ein Filmprojekt in der Entwicklungsphase haben und dieses unter Begleitung auf einen Stand bringen möchten, um es auf Märkten, Pitchings und bei potentiellen KooperationspartnerInnen auch jenseits der Filmbranche präsentieren zu können. Da ein Fokus auf der inhaltlichen Fortentwicklung der Projekte liegt, scheint mir das Programm eher für RegisseurInnen als für ProduzentInnen geeignet zu sein.

Esodoc - Der Kurs 2015
Dieser projektorientierte Kurs richtet sich an Dokumentarfilmer und -produzenten, die sich in ihren Filmen mit sozialen Themen beschäftigen. In drei Workshops geht es um Stoffentwicklung, neue Formate, filmisches Handwerk, neue Fördermöglichkeiten und schließlich ums Pitchen. Auch erfahrene Mitarbeiter aus den audiovisuellen Bereichen von NGOs und NPOs können sich mit ihrem Projekt bewerben, ebenso wie Profis aus den Neuen Medien, die Projekte für das Internet entwickeln. Neu ist, dass auch Teilnehmer ohne Projekt zugelassen sind, die dann in einem Team ein Projekt entwickeln.
Seit diesem Jahr ist Sabine Bubeck-Paaz (ZDF/arte) neue Studienleiterin des Workshops.

Termine

Session 1: 3. bis 9. Mai 2015 in Goldrain, Italien; Session 2: 15. bis 21. Juni 2015 in Tromsø, Norwegen; Session 3: September 2015 tba.

Anmeldeschluss: 16. Februar 2015

Kosten

1.200 Euro (inkl. Unterkunft und Verpflegung), 4 Stipendien
werden vergeben

Weitere Informationen: www.esodoc.eu