Mehr als 3000 audiovisuelle Abrufdienste in Europa

Bericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle


(c) Europäische Kommission

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat einen neuen Bericht mit dem Titel "On-Demand Audiovisual Markets in the European Union" herausgegeben, der von der Generaldirektion der Europäischen Kommission für Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien veröffentlicht wurde.

Der Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Abrufdienste in der EU im Jahr 2013. Er enthält zudem eine Marktanalyse sowie die wichtigsten Daten über diesen überaus komplexen und rasch wachsenden Markt.

Im Februar 2014 gab es in der EU 3.088 audiovisuelle Abrufdienste, die in der MAVISE-Datenbank über audiovisuelle Dienste erfasst sind (http://mavise.obs.coe.int/).
Bei den meisten dieser Dienste handelt es sich um sogenannte Catch-up-TV (1.104 Dienste), Markenkanäle der Fernsehsender auf offenen Plattformen (711 Dienste) und Video-on-Demand-Dienste (409). Die Länder mit den meisten Abrufdiensten sind Großbritannien (682 Dienste), Frankreich (434 Dienste) und Deutschland (330 Dienste). Außerdem werden in mehreren europäischen Ländern noch 223 Dienste angeboten, die ihren Sitz in den USA haben und in einem oder mehreren europäischen Ländern verfügbar sind.

Der Bericht stellt außerdem die Zahl der VoD-Dienste in der Europäischen Union aufgeschlüsselt nach dem Niederlassungsland dar. Daraus wird deutlich, welche Bedeutung die grenzüberschreitende und internationale Zirkulation von audiovisuellen Abrufdiensten hat: Rund 60% der angebotenen VoD-Dienste in individuellen EU-Mitgliedstaaten haben ihren Sitz in einem anderen Land. Damit ist eines der Ziele der europäischen Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) aus dem Jahr 2007 bereits erreicht: die gesamteuropäische Zirkulation der audiovisuellen Abrufdienste in der EU. Der Bericht untersucht die Marktchancen für den audiovisuellen Sektor, geht aber auch auf die Probleme ein, denen Anbieter und Gesetzgeber in der EU gegenüberstehen, wenn es um ein angemessenes Regulierungsumfeld und einen ausreichenden Verbraucherschutz geht.