AI WEI WEI - THE FAKE CASE


Série Series 2016 (c) Sylvain Bardin et Philippe Cabaret
Série Series 2016 (c) Sylvain Bardin et Philippe Cabaret

Von Andreas Johnsen bei mindjazz pictures ab 8. Mai



Die chinesischen Behörden bedrohen ihn, damit er den Mund hält. Doch für Ai Weiwei bedeutet Stillschweigen nicht das Leben, sondern den Tod. Der weltweit bekannteste chinesische Künstler Ai Weiwei hat stets den Kampf für die Menschenrechte einem Leben voller Privilegien vorgezogen - eine Wahl, die ernsthafte Konsequenzen nach sich zieht, vor allem, wenn man in China lebt. Im April 2011 wird er plötzlich von den chinesischen Behörden entführt, an einen geheimen Ort gebracht und dort strengstens isoliert. Jeglicher Kontakt mit der Außenwelt sowie der Zugang zu einem Anwalt werden ihm verweigert. Nach seiner Entlassung lebt er ein Jahr lang unter Hausarrest und ständiger Kontrolle, jede seiner Bewegungen wird vom Staat überwacht. Was soll er tun? Weiterhin sein Leben für das chinesische Volk riskieren oder lieber den Mund halten? Dieser Film begleitet Ai Weiwei in seinem Alltag unmittelbar nach seiner Entlassung. In seinem eigenen Haus in Peking lebt er wie ein Gefangener, ständiger Überwachung und den Einschränkungen der chinesischen Behörden ausgesetzt. Er ist mit einer Klage konfrontiert, die er "The Fake Case" nennt, da ihm gegenüber offensichtlich falsche Anschuldigungen erhoben werden. Nach seiner Freilassung ist Ai Weiwei zunächst zutiefst erschüttert, zermürbt durch seine Festnahme und durch die gesamte kafkaeske Situation. Doch langsam gewinnt er seine Kraft und seinen Mut zurück. Er ist bereit, seine mächtigen Gegner herauszufordern. Er verbringt viel Zeit mit seinen jungen Sohn, redet über die dunkle Vergangenheit mit seiner Mutter und erschafft sogar heimlich ein überwältigendes Kunstwerk, welches seine Zeit in Haft bildlich darstellt. Sein Leben und seine Kunst verschmelzen stets mit seinem politischen Engagement. Als Reaktion auf seine rechtliche Lage schicken ihm einige chinesische Bürger spontan Geld zu, begleitet von der drängenden Bitte, den Kampf nicht aufzugeben. Ai Weiwei fühlt sich dadurch bestärkt und gewinnt seine Überzeugung zurück: China kann und wird sich ändern. Und er wird dafür kämpfen. Für Ai Weiwei ist es ein Jahr voller Ungewissheit und persönlicher Verzweiflung. Unzählige Gerichtsverhandlungen reihen sich aneinander: Ai Weiwei lehnt sich gegen die ungerechten Vorwürfe auf, bricht die Regeln und schüchtert gar die Geheimagenten ein, die hinter ihm her sind. Während dieser Zeit seines Lebens entwickelt er neue Ausdrucksformen, um sich als freier Mensch zu behaupten. Er zeigt uns, was es bedeutet, wahrlich am Leben zu sein und gibt damit sich selbst und dem chinesischen Volk eine Stimme.