16 Millionen Euro für Deutschlands Medienbranche

LORE, Verleih: Piffl Medien
LORE, Verleih: Piffl Medien

2011 war ein überdurchschnittlich erfolgreiches MEDIA-Jahr für die deutsche Medienbranche. Deutsche Projekte konnten 2011 mit insgesamt 16.400.901 Euro von den Programmen MEDIA und MEDIA MUNDUS profitieren, das sind 16,5% der europäischen Gesamtsumme von 99 Millionen. Damit wurde das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 5,4% gesteigert.

Deutsche Produzenten erhielten für ihre Kino-, TV- und interaktiven Projekte insgesamt knapp 4,2 Mio. Euro. Unter anderem wurde das Drama „Lore“ von Cate Shortland mit MEDIA-Mitteln entwickelt. Die Produktion der Berliner Rohfilm AG wurde aktuell in Locarno mit dem Publikumspreis zum besten Film im Programm der Piazza Grande gewählt.

Deutsche Verleihunternehmen erhielten knapp 5,4 Mio. Euro für den Vertrieb europäischer Filme. Filme wie Kaurismäkis „Le Havre“, Lars von Triers „Melancholia“, aber auch Überraschungen wie der norwegische Kinderfilm „Mein Freund Knerten“ von Åsleik Engmark fanden so ihren Weg in deutsche Kinos. Zusätzlich unterstützte MEDIA den Vertrieb deutscher Filme im europäischen Ausland. „Pina“ von Wim Wenders war in 18 Ländern auf der großen Leinwand zu sehen, und „Wer, wenn nicht wir“ von Andres Veiel konnte 12 europäische Verleiher überzeugen.

Im Rahmen von Initial Training wurden fünf deutsche Hochschulen gefördert, die in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Hochschulen Ausbildungsinitiativen anbieten. So entwickelte die Ludwigsburger Filmakademie Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Kölner Game Lab sowie mit Universitäten aus Dänemark, Ungarn und Großbritannien die „European Cross Media Academy“, in der junge Talente alles über Storyworld & Co. lernen können.
Im Rahmen von Continuous Training förderte MEDIA mit über 1,5 Mio. Euro neun deutsche etablierte Weiterbildungsinitiativen wie z.B. den Berlinale Talent Campus und das Erich Pommer Institut.

Die Förderlinie Promotion unterstützte Festivals und Märkte in Deutschland mit knapp 2,3 Mio. Euro. Zu den Förderempfängern gehören unter anderem der Berlinale Co-Production Market, das Dok.fest München, das Internationale Kurzfilmfestival Hamburg und Initiativen wie „Producers on the Move“ der European Film Promotion. Auch die Koproduktionsplattform „Chaka“ der Kölner reelport, die ausgewählte Projekte internationaler Koproduktionsmärkte verfügbar machen und Produzenten miteinander vernetzen soll, wurde von MEDIA Promotion unterstützt.

Von der im letzten Jahr neu initiierten Digitalisierungsförderung konnten deutsche Kinos mit fast 29% überdurchschnittlich im europäischen Vergleich profitieren. Insgesamt 720.000 Euro fließen zur Unterstützung der Digitalisierung an 13 deutsche Kinobetreiber. Weitere 1,9 Millionen gingen an die deutschen Kinos des Netzwerks Europa Cinemas. Vier Kinos aus Deutschland konnten dem Netzwerk im Jahr 2011 beitreten, damit hat Deutschland mit insgesamt 95 Mitgliedskinos europaweit die meisten Europa Cinemas.

Besonders stark vertreten ist Deutschland auch bei der Pilotprojekt-Förderung. Hier gingen 50% der Gesamtsumme von 1,7 Mio. Euro an deutsche technisch innovative Projekte wie „SyLC – Support your Local Cinema“ der Moviepilot GmbH, das den Einsatz von sozialen Medien in europäischen Arthouse Kinos untersucht.